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03.02.15 17:23 Alter: 4 yrs

Sally Perel zu Gast im HSBK

Bereich: HSBK Allgemein

Von: M. Arnswald, D. Ziegler (Fotos)

Als „Hitlerjunge Salomon“ getarnt, überlebte der gebürtige Jude einst den Holocaust in einer HJ-Schule in Braunschweig. Am 27. Januar besuchte Salomon Perel,  der im April seinem 90. Geburtstag entgegen sieht, das Hans-Sachs-Berufskolleg in Oberhausen, um aus seiner nahezu unglaublichen Biographie zu erzählen.

Gut 250 Schülerinnen und Schüler aus zahlreichen Bildungsgängen hörten ihm dabei gebannt zu, ließen sich von ihm in die damalige Zeit versetzen und nahmen über 90 Minuten lang Anteil an seinem bewegenden Schicksal. Zuvor hatteFrau Park in ihrer Begrüßung unter Hinweis auf das schicksalsträchtige Datum, dem 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, mit einem Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog an die  fortwährende Verpflichtung Deutschlands erinnert, die Verbrechen des Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Daran anknüpfend hob auch Sally Perel den Symbolcharakter von Auschwitz hervor als der „schlimmsten Katastrophe der Menschheit“, gegen deren Vergessen er ankämpft solange ihn „seine Füße tragen“. Dass dies noch einige Zeit so sein wird, möchte man gerne annehmen. Die Lebendigkeit seines Auftretens und der jugendliche Glanz in seinen Augen sprachen Bände und unterstrichen auf eindrückliche Weise sein Bestreben getreu den Abschiedsworten seiner Mutter: „Sally, du sollst leben!“ das Leben als höchstes Gut in den Mittelpunkt seiner Bemühungen um Völkerverständigung und Frieden zu stellen. Dabei machte er kein Hehl aus der inneren Zerrissenheit, die ihn bis in die Gegenwart belastet. Einerseits Jude andererseits begeisterter Hitlerjunge gewesen zu sein spaltete seine Seele gleichsam in zwei Teile. Neben Israel als seinem Vaterland sieht Sally Perel nach wie vor Deutschland als sein Mutterland, gegen das er keinerlei Groll hegt. Vielmehr nahm er die Schülerinnen und Schüler in die Pflicht sein Erbe als Zeitzeuge anzutreten, damit die Wahrheit erhalten bleibt und nicht zum Opfer neonazistischer Dummheit und Verbrechen wird. So betonte er im Hinblick auf jene fehlgeleiteten jungen Menschen abschließend: „Hast du einen Menschen gerettet, hast du die ganze Welt gerettet.“

Der darauf folgende Applaus ebenso wie die lange Schlange vor dem Podiumstisch, an dem Herr Perel sein Buch bzw. die Film-DVD signierte, ließen ein Stück weit den Eindruck erahnen, den sein Vortrag bei den Zuhörenden hinterlassen hatte.

Unser herzlicher Dank gilt allen, die diese Begegnung möglich gemacht haben, insbesondere den beteiligten Kolleginnen und Kollegen, Frau Dr. Reisz von der Volkshochschule Oberhausen, der OGM (Oberhausener Gebäudemanagement GmbH) und der Konrad-Adenauer-Stiftung (parteinahe Stiftung der CDU).